Am Abend des 30. Oktober 2023 legten Computerprobleme im Kontrollzentrum des brandneuen fahrerlosen Leichtbahnnetzes REM in Montreal den Betrieb der Verbindung zwischen der Innenstadt von Montreal und Brossard mitten in der Hauptverkehrszeit lahm. Das REM kündigte die Einstellung des Betriebs gegen 15:45 Uhr auf X an; ein Notfallplan folgte gegen 17 Uhr, und der Betrieb wurde gegen 18:30 Uhr schrittweise wieder aufgenommen, wobei einige Fahrgäste bis zu zwei Stunden festsaßen. Philippe Batani von CDPQ Infra merkte an, dass der Betrieb bereits am selben Tag früher wegen desselben Problems eingestellt worden war und dass die Korrekturmaßnahmen es nicht behoben hatten.

Die Einwohnerin von Chambly, Taissia Philipovich, saß mindestens eine Stunde in einem vollgestopften Wagen fest. „Wir waren so viele Leute im Zug, mit Winterjacken. Es war stickig“, sagte sie. „Die Luft war nicht da.“ Schließlich wurde eine Frau ohnmächtig, und ein anderer Fahrgast rief den Notruf 911. Batani bezeichnete den Ausfall als Kinderkrankheiten – „wir befinden uns noch in einer Einlaufphase, aber dieses Problem ist uns zum ersten Mal begegnet“ – und fügte hinzu, das gesamte System habe abgeschaltet werden müssen, damit Korrekturmaßnahmen ergriffen werden konnten.

Der zweite Ausfall betraf die Kommunikation. Fahrgäste sagten, CDPQ Infra habe seit jener ersten Ankündigung nichts mehr veröffentlicht, und Fahrgäste, die an der Gare Centrale ausstiegen, fanden keine Shuttlebus-Optionen vor. Quebecs Verkehrsministerin Geneviève Guilbault traf sich am nächsten Tag mit Vertretern des Nahverkehrs und von CDPQ Infra und sagte, es sei inakzeptabel, die Fahrgäste nicht schneller zu informieren – insbesondere „angesichts des Preises, den die Provinz für den Bau des Leichtbahnnetzes gezahlt hat“.

Vollständige Einstellung des Betriebs zur Hauptverkehrszeit; Fahrgäste saßen bis zu zwei Stunden fest, eine Frau wurde ohnmächtig; keine Shuttlebusse an der Gare Centrale; die Verkehrsministerin kritisierte den Betreiber öffentlich.

Derselbe Fehler hatte den Betrieb bereits am Morgen zum Stillstand gebracht – den Korrekturmaßnahmen, die nicht hielten, wurde der abendliche Berufsverkehr anvertraut.

Fahrerlos bedeutet, dass es kein Ausweichen gibt: Ein Fehler im Kontrollzentrum legt alle Wagen auf einmal lahm, sodass Redundanz die gesamte Sicherheitsmarge darstellt.

Die Kommunikation erstarrte mit den Zügen: ein erster Beitrag, dann keine Aktualisierungen auf der Website oder in den sozialen Kanälen, während die Wagen überfüllt standen.

Bei einem neuen fahrerlosen System ist der Krisenplan das Produkt: Ausweichlösungen, Shuttlebusse und ehrliche Informationen sind das, was Fahrgäste tatsächlich erleben, wenn die Software versagt.

Der Betrieb wurde gegen 18:30 Uhr schrittweise wieder aufgenommen. Batani sagte, das REM arbeite daran, die Kommunikation bei Betriebsunterbrechungen zu verbessern; das Treffen der Ministerin mit den Vertretern führte zu der Forderung nach schnelleren Informationen für die Fahrgäste und Shuttle-Plänen für künftige Unterbrechungen.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. 'The air wasn't there,' says woman trapped in jam-packed REM stalled during Montreal rush hour CBC News · cbc.ca ·