Im Jahr 2018 schloss Virgin einen 20-jährigen Lizenzvertrag, der Brightline – Betreiber von Zügen zwischen Miami und West Palm Beach in Florida, mit Plänen für eine Verlängerung nach Orlando und eine Strecke zwischen Apple Valley nahe Los Angeles und Las Vegas – erlaubte, sich im Gegenzug für Lizenzgebühren in Virgin Trains USA umzubenennen. Der bestehende Betrieb wurde im März 2020 mit dem Ausbruch der Pandemie eingestellt.
Im März 2021 verklagte Virgin Enterprises von Sir Richard Branson Brightline auf 251 Mio. US-Dollar (182 Mio. Pfund) wegen dessen Entscheidung, den Namen Virgin abzulegen. Die Klage machte geltend, Brightline breche die Vereinbarung, indem es fälschlich behaupte, Virgin sei nach der Pandemie nicht mehr „eine Marke von international hohem Ansehen“; Virgin hielt an seinem internationalen Ansehen fest und nannte die Schadensbehauptung „zynisch und falsch“.
Die rechtliche Position von Virgin war, dass Brightline den Vertrag frühestens 2023 rechtmäßig auflösen könne und selbst dann eine Ausstiegsgebühr geschuldet hätte. Die Forderung über 251,3 Mio. US-Dollar umfasste die Lizenzgebühren, die Virgin nach eigener Darstellung bis dato hätte erhalten müssen, zuzüglich dieser Gebühr – verfolgt im selben Jahr, in dem Branson sein Luxusinsel-Resort als Sicherheit für die 1,7 Mrd. US-Dollar schwere Rettung von Virgin Atlantic anbot und die Gruppe ihr erstes Kreuzfahrtschiff verzögerte.
Virgin verklagte auf 251,3 Mio. US-Dollar – die bis dato geschuldeten Lizenzgebühren zuzüglich der vorzeitigen Beendigungsgebühr; der Betrieb von Brightline war seit März 2020 eingestellt.
Pandemiebedingte Schäden waren der angegebene Vorwand; die Klage stellte Lizenzgebühren als Motiv dar – der Vertrag hatte nicht ohne Grund eine Untergrenze von 2023 und eine Ausstiegsgebühr.
Markenlizenzierung wirkt in beide Richtungen: Der Lizenznehmer, der den Namen kauft, übernimmt auch die Verpflichtung, weiter dafür zu zahlen.
Selbst in Virgins schlechtestem Jahr – Rettung der Fluglinie, verzögertes Kreuzfahrtschiff, geschlossene Fitnessstudios – prozessierte die Gruppe hart, um den Markenwert zu schützen.
Der Name eines Lizenzpartners ist nur so viel wert, wie die Einhaltung der Lizenz wert ist: „Die Marke ist beschädigt“ ist keine Ausstiegsklausel.
Der BBC-Bericht vom März 2021 endet mit der Klageeinreichung: Virgin macht 251,3 Mio. US-Dollar an Lizenzgebühren und Gebühren geltend. Ein Gerichtsurteil geht aus dem Material nicht hervor.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Virgin sues partner over claims about its brand value BBC News · bbc.com ·