Die gehobene Schokoladen- und Café-Kette Max Brenner trat mit ihrem australischen Geschäft im Oktober 2018 in die freiwillige Insolvenzverwaltung ein und nannte steigende Kosten sowie eine schwache Einzelhandelskonjunktur als Gründe. Die von den Geschäftsführern bestellten Verwalter von McGrathNicol erklärten, die 37 Filialen würden weiter betrieben, während eine dringende Prüfung laufe, ob das Unternehmen als fortgeführtes Ganzes verkauft oder rekapitalisiert werden könne.
Das australische Geschäft gehörte dem Ehepaar Tom und Lilly Haikin, das 2013 mit einem Vermögen von 40 Millionen Dollar in die Young-Rich-Liste des BRW aufgenommen wurde. Die Marke war 1996 in Israel von Max Fichtman und Oded Brenner geschaffen worden; Haikin war es, der das Konzept des „Schokoladenbar“-Cafés vorantrieb und die australische Franchise sicherte; 1999 eröffnete er das erste Café in Sydneys Stadtteil Paddington. Das israelische Lebensmittelunternehmen Strauss Group kaufte die globale Marke 2001 und betrieb Filialen in Israel, den USA, Japan, Singapur, Russland und China.
Die Warnsignale hatten sich gehäuft: Im August 2017 berichtete die AFR, der frühere Führungskraft von Consolidated Press Holdings, Glenn Wein, stelle ein Rettungspaket für ein Unternehmen zusammen, das damals etwa 50 Millionen Dollar Schulden hatte. Doch noch im Januar 2018 teilte das Unternehmen Inside Retail Australia mit, es wolle in jenem Jahr bis zu sieben neue Filialen im Inland eröffnen. Ein Deckenbauunternehmen aus Queensland, Sunstate Ceilings, reichte am 29. Juni einen Antrag auf Zwangsauflösung gegen das Unternehmen ein.
Freiwillige Insolvenzverwaltung einer Kette mit 37 Filialen und 600 Mitarbeitern, die bereits im Jahr zuvor etwa 50 Millionen Dollar Schulden hatte
Die Kette betrieb ein Netz von 37 Cafés mit hohen Mietkosten auf einem Schuldenberg von rund 50 Millionen Dollar, wobei die Wirtschaftlichkeit der Filialen von diskretionärem Laufkundenverkehr abhing, der sich in die entgegengesetzte Richtung entwickelte.
Die Expansionsplanung wurde bis 2018 fortgesetzt, obwohl die Rettungsgespräche und die Schuldenlast bereits öffentlich bekannt waren.
Steigende Kosten trafen auf schwachen Einzelhandel: Die Kluft zwischen Miete, Arbeitskosten und an Kakaopreisen gekoppelten Menüs der Cafés einerseits und dem, was Kunden auszugeben bereit waren, andererseits wurde immer größer.
Eine Franchise-Café-Kette ist eine Miet- und Schuldenmaschine: Sieben neue Eröffnungen zu planen, während Gläubigerbenachrichtigungen eintreffen, bedeutet, dass das Expansionsbudget in Wahrheit ein Sanierungsbudget ist.
Die Verwalter von McGrathNicol, Barry Kogan, Kathy Sozou und Jason Preston, erklärten, es sei zu früh, um zu sagen, welche Schulden das Unternehmen habe, während sie einen Verkauf als fortgeführtes Unternehmen oder eine Rekapitalisierung prüften.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Chocolate chain Max Brenner collapses citing costs and sluggish sales The Age · theage.com.au ·