Irish Ferries gab im September 2017 bekannt, dass die Arbeiten an einem 144 Millionen Euro teuren Flaggschiff begonnen hätten – der WB Yeats, benannt über einen öffentlichen Wettbewerb, mit Platz für 1.885 Passagiere, 440 Kabinen und 3 km Autodeck. Am 20. April 2018 erfuhr The Irish Times, dass sich die neue Fähre auf der Strecke Dublin–Cherbourg verzögerte; einen Tag später bestätigte das Unternehmen, dass es mehr als 2.000 Buchungen für zwei Juliwochen stornierte und damit die Urlaubspläne von etwa 10.000 Menschen durcheinanderbrachte. Geschäftsführer Andrew Sheen teilte betroffenen Passagieren mit, das Unternehmen sei „soeben von der deutschen Werft informiert“ worden, dass die Lieferung sich wahrscheinlich verzögern werde.

Passagieren, die für August und September gebucht hatten, wurde versichert, für sie werde es „glatt laufen“. Wochen später wendete sich das Blatt: Die FSG-Werft erklärte, ein erheblicher Teil der Elektroarbeiten eines Subunternehmers stehe noch aus, und das Schiff werde erst im September auslaufen. Da es kein vergleichbares Ersatzschiff chartern konnte, stornierte Irish Ferries alle geplanten WB-Yeats-Überfahrten nach Frankreich für den Sommer, verwies auf „außergewöhnliche Umstände außerhalb seiner Kontrolle“ und bot alternative Überfahrten mit der Oscar Wilde oder eine „Landbrücke“ über Großbritannien mit erstatteten Kraftstoffkosten sowie einen Gutschein über 150 Euro an.

Sheen sagte, das Unternehmen sei von der Werft „sehr enttäuscht und sehr im Stich gelassen“ worden: „Alles, was wir in diesem Stadium tun können, ist, uns zu entschuldigen. Wir sind verantwortlich, aber wir sind nicht der Schiffbauer – wir bauen keine Schiffe.“ In der Erklärung der Werft wurden die Verzögerungen kaum erwähnt, es gab keine Entschuldigung und kein Eingeständnis der Enttäuschung der Kunden von Irish Ferries. The Irish Times bezifferte die direkten Kosten des Debakels für das Unternehmen auf 6,5 Millionen Euro – und argumentierte, der Vertrauensverlust könne es deutlich teurer zu stehen kommen.

2.000 Juli-Buchungen storniert (etwa 10.000 Menschen), dann alle Frankreich-Überfahrten des Sommers; 6,5 Millionen Euro Kosten für Irish Ferries; Gutscheine über 150 Euro für gestrandete Urlauber.

Das Unternehmen nahm weiterhin Sommerbuchungen auf einem Schiff an, das es noch nicht unter Kontrolle hatte, und stornierte dann in Wellen – zuerst den Juli, dann, nach erneuten Zusicherungen, die gesamte Saison.

Die Zusicherung an die August- und September-Kunden, die Lieferung sei auf Kurs, nur wenige Wochen bevor auch sie storniert wurden, verwandelte eine Verzögerung in ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Die Ausweichoptionen – ein kleineres Schiff oder eine zweiteilige Landbrücke über Großbritannien – waren deutlich schlechter als das, was die Kunden bezahlt hatten.

Der Verweis auf „außergewöhnliche Umstände außerhalb seiner Kontrolle“ verlagerte die Geschichte auf die Werft, obwohl die Verträge der Kunden mit Irish Ferries bestanden, nicht mit FSG.

Dem Lieferanten die Schuld zu geben, überträgt den Verlust des Kunden nicht: Die Passagiere hatten bei Irish Ferries gebucht, nicht bei einer deutschen Werft, und jede in der Zwischenzeit ausgesprochene Zusicherung erhöht die Rechnung.

Betroffenen Kunden wurden alternative Überfahrten, die Landbrücken-Option mit Kraftstofferstattung und Gutscheine über 150 Euro für künftige Strecken zwischen Irland und Frankreich angeboten. Sheen entschuldigte sich öffentlich und übernahm Verantwortung, verwies dabei aber auf die Werft, deren eigene Erklärung keine bot. The Irish Times berichtete von direkten Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro und warnte, der tiefere Preis sei das Vertrauen Zehntausender Sommerpassagiere. Der Artikel berichtet nicht, wann die WB Yeats schließlich in Dienst gestellt wurde.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. 'Irish Ferries understands it has been frustrating' – the understatement of the week The Irish Times · irishtimes.com ·