Endeavour Industries, ein gemeinschaftseigenes Unternehmen für Behindertendienste im Hunter Valley, das 1965 von einer Eltern- und Freundesgruppe in Cessnock gegründet worden war, ging im Juni 2018 in freiwillige Insolvenzverwaltung. Sein Hauptgeschäft war eine Wäscherei in Cessnock, die seit 1969 betrieben wurde. Als die Verwalter von Rapsey Griffiths die Führung übernahmen, hatte das Unternehmen einen fünfköpfigen Vorstand – hatte aber in fünf Jahren sieben Geschäftsführer verschlissen.
Der Bericht der Verwalter, den die ABC erhielt, zeigte langfristigen finanziellen Druck durch spekulative Investitionen: ein letztlich ungenutztes Grundstück, eine gescheiterte Olivenbaumfarm – geschenkte Bäume, die sich als für den Standort ungeeignet erwiesen und verworfen wurden, nachdem jahrelange Pflege Oliven im Wert von „ein paar hundert Dollar“ erbracht hatte – und ein Softwareentwickler, der Endeavour auf fast 1 Million Dollar verklagte. Der Bericht wies zudem auf eine fehlende Vorbereitung auf den National Disability Insurance Scheme hin, dessen Stundensätze „im Vergleich zur bisherigen Finanzierung durch die Regierung von New South Wales extrem niedrig“ seien.
Die Unternehmensführung trug zusätzlich zur Belastung bei: Nach einem Verlust von mehr als 2 Millionen Dollar im Jahr 2014 – die Löhne waren innerhalb eines Jahres um 1,13 Millionen Dollar gestiegen – änderte der Vorstand die Satzung dahingehend, dass Mitglieder jährlich mehr als 20.000 Dollar erhalten sollten, der Vorsitzende das Doppelte. Am 9. November 2018 sollten 131 Beschäftigte in Cessnock ihre Arbeitsplätze verlieren, 87 von ihnen Menschen mit Behinderungen, und 13 derzeitige und frühere Beschäftigte, die in 12 eigens errichteten Villen wohnten, standen vor dem Verlust ihrer Wohnungen.
Die Versteigerung der Villen wurde bei einem Gebot des Verkäufers zurückgezogen, ein Ergebnis, von dem die Bewohner erst einen Tag später erfuhren. „Wir wollen nur wissen, wer uns übernimmt“, sagte Sally, eine Wäschereiarbeiterin. „Niemand hat sich jemals bei uns dafür entschuldigt, niemand hat die Verantwortung übernommen“, sagte die Bewohnerin June.
131 Beschäftigte verlieren am 9. November ihre Arbeitsplätze, 87 von ihnen Menschen mit Behinderungen; 13 Bewohner stehen vor dem Verlust ihrer unternehmenseigenen Wohnungen.
Nebengeschäfte – Oliven, Land, Software – zehrten die Rücklagen auf und lenkten die Aufmerksamkeit der Geschäftsführung von der Wäscherei ab, die tatsächlich die Beschäftigten beschäftigte.
Die Organisation sah die bevorstehende Änderung der NDIS-Finanzierung und passte ihre Kostenbasis nicht daran an.
Die Reaktion des Vorstands auf einen Verlust von 2 Millionen Dollar bestand darin, sich selbst zu bezahlen – ein Signal für die künftigen Prioritäten.
Ein Missionsunternehmen ist kein Wagniskapitalfonds: Spekulative Nebenwetten leerten die Rücklagen einer Organisation, deren einziges echtes Kapital die Beschäftigung war, die sie Menschen bot, die kaum jemand anderes einstellen würde.
Die Wäscherei schloss am 9. November 2018. Die Bemühungen der Verwalter, das Geschäft zu verkaufen, blieben ohne Ergebnis, und sie veranstalteten Messen für Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen und Elternforen, um den Beschäftigten den Übergang zu erleichtern; das Schicksal der Villen lag bei künftigen Käufern.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Disability services company Endeavour Industries' collapse leaves workers without homes, jobs ABC News · abc.net.au ·