PB Max war ein Schokoriegel von Mars, Incorporated. Er bestand aus cremiger Erdnussbutter auf einem quadratischen Vollkornkeks, umhüllt von Milchschokolade mit knusprigen Keksstückchen. Bei der Markteinführung 1989 war er eines der wenigen Produkte von Mars, bei denen Erdnussbutter im Vordergrund stand – das Portfolio des Unternehmens stützte sich stark auf Schokolade, Nougat und Karamell (Snickers, Twix, Milky Way), wobei Erdnussbutter eher eine Nebenrolle als eine Hauptrolle spielte.
Der Riegel war ein kommerzieller Erfolg. Anfang der 1990er Jahre erwirtschaftete er jährlich etwa 50 Millionen US-Dollar Umsatz. In Fernsehwerbespots hieß es humorvoll, „PB“ stehe nicht für „piggy banks“ (Sparschweine), „polka band“ (Polka-Band) oder „portly ballerina“ (beleibte Ballerina) – es stehe für Erdnussbutter. Nichts an der Marktleistung des Produkts deutete darauf hin, dass es eingestellt werden sollte.
1994 stellte Mars PB Max dennoch ein. Der Grund war laut dem ehemaligen Mars-Manager Alfred Poe, wie in Joël Glenn Brenners Buch The Emperors of Chocolate dokumentiert, schlicht und einfach: Die Familie Mars mochte Erdnussbutter persönlich nicht. Trotz der 50 Millionen US-Dollar Jahresumsatz beendete das familieneigene Unternehmen ein profitables Produkt, weil die Menschen, denen es gehörte, den Geschmack nicht mochten.
Mars stellte PB Max 1994 trotz 50 Mio. US-Dollar Umsatz ein, weil die Familie Erdnussbutter nicht mochte, und ließ so die Laune über den Markterfolg siegen.
Die Familie Mars übte als private Eigentümerin des Unternehmens ihr Vetorecht aufgrund persönlichen Geschmacks aus – ein profitables Produkt wurde eingestellt, weil die Eigentümer Erdnussbutter nicht mochten
Eine familieneigene Führungsstruktur erlaubte es, dass persönliche Vorlieben die Marktdaten überlagerten, ohne dass Aktionäre oder ein Vorstand die Entscheidung infrage stellten
Mars hatte keinen institutionellen Mechanismus, um die persönlichen Vorlieben der Eigentümer von der Geschäftsstrategie zu trennen – die kulinarischen Vorlieben der Familie wurden zur Unternehmenspolitik
In einem familieneigenen Unternehmen wird der Gaumen des Eigentümers zur Unternehmensstrategie. Ein Privatunternehmen kann ein 50-Mio.-US-Dollar-Produkt einstellen, weil niemand an der Spitze mag, wie es schmeckt.
PB Max wurde nie wieder aufgelegt. Der Riegel ist unter Süßigkeiten-Liebhabern zu einem Kultobjekt geworden und wird häufig als eine der unverständlichsten Produkteinstellungen der Süßwarengeschichte genannt. Die Geschichte ist in The Emperors of Chocolate (2008) von Joël Glenn Brenner dokumentiert, das die verschlossene Welt von Hershey und Mars schildert. Die Einstellung gilt weiterhin als Lehrbuchfall dafür, wie die Unternehmensführung eines Familienunternehmens rationale Geschäftsentscheidungen überstimmt.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Wikipedia — PB Max (launched 1989; $50M in sales; discontinued 1994 because Mars family disliked peanut butter; per exec Alfred Poe and The Emperors of Chocolate) en.wikipedia.org
- New York State Department of Taxation (Tier 1) — Advisory Opinion TSB-A-93(38)S on PB Max and Twix (21 Jun 1993; PB Max was a Mars product on sale by 1993, sold as candy in single and two-bar packs; principal ingredients peanut butter, milk chocolate, oats, flour, partially hydrogenated vegetable oil and sugar) tax.ny.gov
- The Daily Meal — The Strange Rumor Surrounding The Discontinued PB Max Bar (10 Jul 2023; brought in a whopping $50 million; discontinued between 1992 and 1994; family-dislike story traced to The Emperors of Chocolate; the rumor has never been substantiated by the Mars family or any current employees) thedailymeal.com
- Mashed — 13 '80s Candies That Belong Back In Stores (launched 1989; $50 million in sales in just its first two years; Mars marketing director Alfred Poe convinced the Mars family to make PB Max even though the family reportedly loathed peanut butter, per The Emperors of Chocolate) mashed.com
- Snack History — PB Max History: The Discontinued Mars Bar (introduced 1989 by Mars Incorporated; peak sales approximately $50 million; discontinued because the Mars family had a distaste for peanut butter) snackhistory.com
- The Takeout — Discontinued Chocolate Candy We'll Probably Never Eat Again (2018; generated over $50 million in sales in a few short years; sold between 1989 and the early 1990s; Brenner's The Emperors of Chocolate attempts to substantiate the family-dislike theory) thetakeout.com
- YouTube — PB Max Commercial (original c. 1989–1994 TV ad; the 'PB stands for peanut butter' gag — not piggy banks, not polka band, not portly ballerina) youtube.com