Info Edge, der größte Anteilseigner von Bizcrum Infotech – der Holdinggesellschaft des indischen B2B-Startups Bijnis –, schrieb im Mai 2023 seine gesamte Investition ab und verwies auf „Grundsätze der Konservativität und Vorsicht“. Der börsennotierte Investor hatte etwa 9,3 Millionen US-Dollar in das Unternehmen aus Neu-Delhi gesteckt, das mehr als 43 Millionen US-Dollar von Geldgebern wie Sequoia India, Matrix Partners India, Waterbridge und Westbridge eingesammelt hatte. Das Startup in der Series-B-Phase, dessen letzte Runde im September 2021 bekannt gegeben wurde, wollte das „Betriebssystem für Fabriken“ sein, das Werke, Zulieferer und Käufer verbindet.

Die angegebenen Gründe: anhaltender Cash-Burn und „begrenzte Verfügbarkeit von Barmitteln im Verhältnis zu nicht näher bezifferten Verbindlichkeiten aus Rückkaufverpflichtungen (einschließlich Liquidationspräferenz) gegenüber Investoren“. Rishabh Katiyar, Principal bei Info Edge Ventures, nannte es „eine technische Abschreibung“ wegen Eventualverbindlichkeiten, die nur dann wirksam würden, wenn Bijnis den Investoren bis zu einem bestimmten Datum keinen Exit durch Verkauf oder Börsengang verschaffen könne und diese ihr Rückkaufsrecht ausübten. „Dies ist kein Spiegelbild der finanziellen Performance des Unternehmens, der Marktchance und des Wertversprechens“, sagte er.

Die Ankündigung erfolgte wenige Tage, nachdem Info Edge einen Verlust von 33,4 Millionen US-Dollar bei 4B Networks offengelegt hatte, dem Proptech-Unternehmen, das Housing.coms Rahul Yadav gegründet hatte und an dem Info Edge 57 % hielt. Die beiden Abschreibungen zusammen ergaben einen Gesamtverlust von 8,4 Millionen US-Dollar für das am März 2023 endende Geschäftsjahr – eine deutliche Abweichung von dem Gewinn von 1,55 Milliarden US-Dollar im Vorjahr und, wie The Arc anmerkte, Info Edges erster Nettoverlust seit sechs Jahren.

Info Edge schrieb seine gesamte Bijnis-Investition von rund 9,3 Mio. US-Dollar ab; zusammen mit der Abschreibung auf 4B Networks rutschte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 in einen Nettoverlust von 8,4 Mio. US-Dollar – den ersten seit sechs Jahren.

Bijnis verbrannte weiterhin Barmittel, ohne dass seit September 2021 eine Runde abgeschlossen wurde, gerade als sich der Finanzierungsmarkt für indische Startups drehte.

Rückkaufverpflichtungen und Liquidationspräferenzen im Gesellschaftervertrag konnten Auszahlungen erzwingen, die das Unternehmen nicht finanzieren konnte.

Die Rechnungslegung nach IndAS verlangte aus Konservativitätsgründen eine Rückstellung für die Eventualverbindlichkeit, statt abzuwarten, ob sie sich materialisieren würde.

Die Abschreibung fügte sich in eine breitere drastische Marktkorrektur im südasiatischen Ökosystem ein, während sich die Weltwirtschaft abschwächte.

Eine als „technisch“ bezeichnete Abschreibung schlägt dennoch zu: Rückkaufverpflichtungen, die nur in schlechten Szenarien ausgelöst werden, sind genau das, was sich materialisiert, wenn die Wachstumsfinanzierung versiegt.

Info Edge erklärte, man werde „die Lage weiter bewerten und mit den anderen Gesellschaftern zusammenarbeiten, um die Situation zu beheben“. Die Bijnis-Abschreibung, die auf die Offenlegung zu 4B Networks folgte, drückte die Gruppe in ihren ersten Jahresnettoverlust seit sechs Jahren und verwandelte einen vom Investor als technischen Buchhaltungsschritt bezeichneten Vorgang in einen sehr sichtbaren Marker des Finanzierungswinters.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Info Edge, reeling from Rahul Yadav's startup loss, now writes off Bijnis TechCrunch · techcrunch.com ·