Fünf Jahre lang verfolgte der scheidende Bata-India-CEO Gunjan Shah die „Premiumisierung und Casualisierung“: Er verkleinerte den Massenbestand, startete Sneaker Studios in Hunderten von Filialen und baute Premiumlinien wie Hush Puppies aus – alles, um das Image eines Anbieters uninspirierter Schulschuhe abzulegen und Indiens Premium-Athleisure-Welle zu erfassen. Die Aktie fiel dennoch über fünf Jahre um 56 %, und als der Nike- und Zara-Veteran Sanjay Rao als nächster CEO angekündigt wurde, sprang sie um über 15 % – die Anleger verhielten sich, wie es Mints Sundeep Khanna formulierte, wie eine Menge, die einen legendären Trainer bei einem strauchelnden Fußballverein entdeckt.

Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 waren düster: Der Umsatz blieb weitgehend unverändert bei 3.515 Crore Rupien, während der Nettogewinn um 59,4 % auf 134,2 Crore Rupien abstürzte. Am schmerzhaftesten war das Quartal bis März 2026, als der Nettogewinn um 95,2 % auf 2,2 Crore Rupien einbrach, belastet durch Kosten für freiwillige Vorruhestandsprogramme, während das Unternehmen Altlasten im Overhead abbaute. Der Premiumbereich machte unterdessen bereits mehr als die Hälfte des indischen Schuhmarkts nach Wert aus und wuchs fast doppelt so schnell wie Massenschuhe – genau dort verliert Bata: Der urbane Millennial, der einen High-End-Sneaker will, geht zu Nike, Adidas, Puma oder ASICS, nicht in einen Bata-Showroom.

Die strukturelle Zwickmühle laut Khanna: Bata versuchte, innerhalb seiner angestammten Familien-Showrooms zu premiumisieren – ein 6.000-Rupien-Paar Hush Puppies neben 400-Rupien-Schulschuhen –, während Maruti Suzuki dasselbe Problem erst löste, nachdem sein Premiummodell Kizashi gefloppt war, indem es seine Premiumreihe in das separate Nexa-Händlernetz ausgliederte. Seine Warnung an Rao: Wendet man das Nike-Zara-Playbook zu aggressiv an, riskiert Bata, die Mittelschicht preislich auszuschließen, die sein Netz von 2.150 Filialen tragfähig hält – der Ron-Johnson-Fehler bei J.C. Penney.

Nettogewinn von 134,2 Crore Rupien im Geschäftsjahr 2026, ein Rückgang um 59,4 %; Gewinn im Quartal bis März 2026 von 2,2 Crore Rupien, ein Rückgang um 95,2 %; Aktie über fünf Jahre um 56 % gefallen

Die Premiumisierung gelang in Teilbereichen, skalierte aber nie schnell genug, um das nachlassende Wachstum in den Kern-Massenkategorien auszugleichen, die das Netz finanzieren.

Das Markenkapital von Bata – Vertrauen in Nutzen und Haltbarkeit – verankert das Massengeschäft, macht aber eine aspirationale Lifestyle-Wende nahezu unmöglich.

Premiumprodukte wurden in angestammten Familien-Showrooms statt in einem entkoppelten Format verkauft, sodass keiner der beiden Käufertypen ein überzeugendes Erlebnis bekam.

Kosten für freiwillige Vorruhestandsprogramme aus dem Abbau von Altlasten im Overhead erdrückten das Quartal bis März 2026, gerade als die Grenzen der Strategie sichtbar wurden.

Eine Nutzenmarke kann sich nicht von innen heraus premiumisieren: Wenn 6.000-Rupien-Hush-Puppies sich eine Etage mit 400-Rupien-Schulschuhen teilen, bleiben Sneaker-Fans fern, und Familien bemerken die Preise.

Sanjay Rao, der Nikes Einzelhandelsgeschäft in Europa leitete, übernimmt mit dem Auftrag, Bata cool zu machen, ohne den Familienkäufer zu verprellen; Mints Kolumne beschreibt seine Aufgabe als Neuschreibung der Marken-DNA, während das Geschäftsmodell sich dagegen stemmt. Ergebnisse einer Trendwende liegen noch nicht vor.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. New CEO, old problem: Can Bata India ever become cool again? Mint (Company Outsider newsletter) · livemint.com ·