Trecision S.p.A. war ein italienischer Videospielentwickler, der 1991 in Genua gegründet wurde. Im Laufe von zwölf Jahren produzierte das Unternehmen mehr als 30 Titel für PC, Amiga und PlayStation, darunter Nightlong: Union City Conspiracy, Ark of Time und The Watchmaker. Das Unternehmen genoss im Adventure-Genre einen soliden Ruf und vertrieb seine Spiele über Publisher in ganz Europa.
Anfang der 2000er Jahre schloss Trecision zwei Publishing-Vereinbarungen mit Cryo Interactive Entertainment, einem französischen Publisher, der für seine Dune- und Atlantis-Reihen bekannt war. Cryo steckte nach dem Flop von Frank Herberts Dune und dem Absturz seines Aktienkurses in finanziellen Schwierigkeiten. Trecision setzte stark auf diese Verträge und band Entwicklungsressourcen für Titel, die von Cryos Vertrieb und Zahlungen abhingen.
Als Cryo im Juli 2002 Insolvenz anmeldete und im Oktober 2002 liquidiert wurde, blieb Trecision ohne Bezahlung für die Spiele, die es entwickelt hatte. Das Unternehmen konnte diesen finanziellen Schlag nicht verkraften. Mitte 2003 meldete Trecision freiwillige Liquidation an und stellte den Betrieb ein, wobei es seinen Konkurs ausdrücklich auf den Zusammenbruch von Cryo zurückführte.
Der Großteil von Cryos Vermögenswerten wurde von DreamCatcher Interactive übernommen, das DreamCatcher Europe gründete. Doch den unvollendeten Trecision-Titeln wurden die Lizenzen entzogen, und sie wurden nie veröffentlicht. Die zwölfjährige Geschichte des Unternehmens endete nicht wegen seiner eigenen Spiele, sondern weil sein Publisher scheiterte.
Als Cryo 2002 in Konkurs ging, verlor Trecision die Bezahlung für seine Spiele und folgte innerhalb eines Jahres in die Liquidation, wodurch seine Bibliothek mit über 30 Spielen verwaiste.
Trecision konzentrierte seine Publishing-Pipeline auf einen einzigen Partner – Cryo Interactive – und schuf damit eine fatale Abhängigkeit von der finanziellen Gesundheit eines einzigen Unternehmens.
Als Cryo nach dem Flop von Frank Herberts Dune zusammenbrach, verloren Trescions unvollendete Spiele ihren Publisher, und ihre Einnahmequelle verschwand über Nacht.
Das Unternehmen hatte keinen alternativen Vertriebskanal und kein finanzielles Polster, um den Verlust zweier Publishing-Verträge aufzufangen, sodass die Liquidation die einzige Option blieb.
Ein Entwickler, der für seine Einnahmen von einem einzigen Publisher abhängt, ist kein Partner – er ist ein Subunternehmer. Wenn der Publisher scheitert, scheitert auch der Subunternehmer.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Wikipedia — Trecision en.wikipedia.org
- Wikipedia — Cryo Interactive en.wikipedia.org
- GamesIndustry.biz — Trecision goes into liquidation (9 Jul 2003; Italy's oldest development studio liquidated after 12 years; 'a victim of the fallout from the closure of publisher Cryo last year') gamesindustry.biz
- Clubic — Cryo cessation de paiement (3 Oct 2002; declared in cessation of payment since July; €40M in debt; share price collapsed from May 2002 after speculative-bubble burst) clubic.com
- Gamekult — Cryo : liquidation judiciaire prononcée (2 Oct 2002; Paris commercial court ordered liquidation 1 Oct; ~100 staff at parent, 87 Cryonetworks employees laid off) gamekult.com
- La Tribune — Liquidation judiciaire pour Cryo (Oct 2002; declared cessation of payment 3 Jul; shares suspended since 27 Jun; takeover plans and creditor recapitalisation failed) latribune.fr
- The Genesis Temple — The History of Trecision, Part III (12 Sep 2021; Cryo deal covered two titles incl. the Zidane football game and Scooty Races; 'the contract with Cryo ended up costing us 5 million euros'; Trecision formally ceased in July 2003) genesistemple.com