David Whitehouse und Paul Clark, Partner bei Duff & Phelps, wurden im Februar 2012 vom Court of Session als Insolvenzverwalter von Rangers eingesetzt, nachdem HMRC den Verein wegen 18 Mio. £ unbezahlter Steuern vor Gericht gebracht hatte. Sie führten den Verein monatelang und verkauften dann das Geschäft und die Vermögenswerte des alten Unternehmens für 5,5 Mio. £ an Charles Greens Konsortium. Die Liquidatoren bei BDO argumentierten später, das Verhalten der beiden während dieser Rettung habe die beruflichen Standards unterschritten, und Lord Tyre stimmte in einem 125-seitigen Urteil am Court of Session in Edinburgh vom 6. Oktober 2021 zu.

Der Richter stellte fest, dass die beiden ihre Pflichten verletzten, indem sie es versäumten, Kosten zu senken, und es versäumten, Vermögenswerte und Spieler zu verkaufen. Sie stützten sich bei Entscheidungen über Entlassungen und Spielerverkäufe auf einen Bericht von Trainer Ally McCoist statt auf unabhängigen Rat – unter dem Standard eines „ordnungsgemäß kompetenten Insolvenzverwalters“, so Lord Tyre. Sie lehnten das Angebot von West Bromwich Albion über 1,7 Mio. £ im April 2012 für Steven Naismith als zu niedrig ab, um seine Ausstiegsklausel von 2 Mio. £ auszulösen – eine Entscheidung, die der Richter für falsch hielt. Sie verfolgten auch nie ernsthaft den Verkauf von Murray Park oder einen Sale-and-Leaseback von Ibrox.

Die Verteidigung lautete, Massenentlassungen und Spielerverkäufe hätten potenzielle Käufer abgeschreckt, doch Lord Tyre wies diese Begründung zurück. Er verurteilte die beiden, 3.404.500 £ zum Vermögen des Unternehmens beizutragen: 850.000 £ für die verlorene Chance, Murray Park zu verkaufen, 750.000 £ für das Versäumnis, die Vermietung und den Verkauf von Ibrox zu prüfen, 827.000 £ für Naismith und 977.500 £ für andere „marktfähige“ Spieler, deren Verkauf sie ablehnten.

3.404.500 £ Entschädigung an die Liquidatoren von BDO, aufgeschlüsselt nach Murray Park, einem Ibrox-Leaseback und Spielern, die nie verkauft wurden.

Sie stützten sich bei den folgenreichsten Entscheidungen über Entlassungen und Spielerverkäufe auf den Bericht des Trainers selbst, ohne unabhängigen Rat zu kritischen Fragen.

Ein Barangebot über 1,7 Mio. £ für einen Spieler wurde wegen einer Vertragsklausel über 2 Mio. £ abgelehnt, während der Verein keine Möglichkeit hatte, diese gewinnbringend durchzusetzen.

Einnahmequellen – Murray Park und ein möglicher Ibrox-Leaseback – blieben ungeprüft, um den Verein für einen Käufer intakt zu halten.

Die Angst, Käufer abzuschrecken, wurde als Freibrief für Untätigkeit behandelt, was nach Auffassung des Gerichts selbst eine Pflichtverletzung darstellte.

Die Aufgabe eines Insolvenzverwalters ist es, den Wert für die Gläubiger zu maximieren, nicht das Fußballprodukt komfortabel zu halten – schmerzhafte Verkäufe im Namen eines Käufers aufzuschieben, bringt das eigene Geld des Beraters in Gefahr.

BDO gewann die Summe in einem Verfahren, das bereits 2021 abgeschlossen wurde, wobei Lord Tyre Whitehouse und Clark verurteilte, 3.404.500 £ herauszugeben. Beide waren unter sieben Personen wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit Rangers angeklagt worden; das Verfahren wurde im Juni 2016 eingestellt, und die Staatsanwaltschaft räumte später ein, dass ihre Strafverfolgung böswillig und ohne hinreichenden Tatverdacht erfolgt war, und zahlte ihnen millionenschwere Vergleiche. Charles Green, der ebenfalls im Zuge der Ermittlungen verhaftet und schließlich freigesprochen wurde, stellte man fest, dass er zu Unrecht vor Gericht gebracht worden war.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Rangers administrators ordered to pay £3.4m over 'duty breach' BBC News · bbc.com ·