Die Schuldenstrategie von NB Power bestand darin, Jahr für Jahr eine Reihe kleiner Strompreiserhöhungen von zwei Prozent zu beantragen und so langsam Eigenkapital aufzubauen, um die Schulden abzuzahlen. Bei der Anhörung zur Strompreisgestaltung 2015 prognostizierten die Führungskräfte, dass diese Erhöhungen die Schulden bis März 2021 auf 3,95 Mrd. $ senken würden – eine Verbesserung um 889 Mio. $ über sechs Jahre.
Stattdessen prognostizierte das Versorgungsunternehmen bei der Anhörung im Februar 2020 für März 2021 Schulden in Höhe von 4,9 Mrd. $ – fast 1 Mrd. $ mehr als geplant. Robert Knecht, ein von der öffentlichen Intervenientin Heather Black beauftragter US-amerikanischer Versorgungsexperte, sagte bei der Anhörung, die Strategie sei gescheitert, weil die Planer von NB Power routinemäßig übermäßig optimistische Kosten- und Ausgabenprognosen verwendeten.
Die Verfehlungen hatten benannte Ursachen: Das Kernkraftwerk Point Lepreau erzeugte in seinen ersten sieben Jahren nach der Instandsetzung 10 % weniger Strom als prognostiziert, Sturmschäden traten immer wieder auf, und Wasserkraftdämme führten weniger Wasser als üblich. Der Eissturm im Januar 2017 im Nordosten von New Brunswick kostete 30 Mio. $ – das Zehnfache des Sturmschadenbudgets jenes Jahres.
Im November 2019 wies das Mandatsschreiben der Regierung Higgs NB Power an, die Schuldenreduzierung als ihre „allererste“ Priorität zu behandeln und bis 2027 mindestens 500 Mio. $ Schulden abzubauen. Knecht warnte, dem Versorgungsunternehmen bleibe die Zeit davon, ein glaubwürdiges Szenario vorzulegen, und merkte an, dass seine aktuellen Zehnjahresmodelle weiterhin keine weiteren erheblichen Probleme in Point Lepreau und niedrigere CO2-Abgaben annähmen, als die Bundesvorschriften zuließen.
Die prognostizierten Schulden lagen fast 1 Mrd. $ über dem Plan – 4,9 Mrd. $ gegenüber den für März 2021 versprochenen 3,95 Mrd. $; ein einziger Eissturm im Jahr 2017 kostete 30 Mio. $, das Zehnfache des Sturmbudgets jenes Jahres.
Der Tilgungsplan beruhte auf Prognosen, die durchweg vom besten Fall ausgingen: volle Kernkraftwerksleistung, mäßige Sturmschäden, günstige Annahmen zu den CO2-Kosten.
Sechs Jahre dieser Strategie brachten kaum Fortschritte – die Lücke zu den geplanten Schulden erreichte rund 1 Mrd. $, statt um 889 Mio. $ zu schrumpfen.
Die Modellierung nach dem besten Fall ließ keinen Puffer für die bekannten wiederkehrenden Schocks des Versorgungsunternehmens, von Eisstürmen bis zur Minderleistung des instandgesetzten Reaktors.
Die Provinz erlegte dem Versorgungsunternehmen dann ein hartes Ziel von 500 Mio. $ bis 2027 auf, für das es keinen glaubwürdigen Weg gab, es zu erreichen.
Ein Plan, der auf Annahmen nach dem besten Fall aufbaut, ist kein Plan: Stetige kleine Strompreiserhöhungen funktionieren nur, wenn die ihnen zugrunde liegenden Prognosen den Kontakt mit Stürmen, leistungsschwachen Reaktoren und der CO2-Politik überstehen.
Die Energie- und Versorgungskommission befasste sich mit dem Antrag von NB Power auf eine weitere Strompreiserhöhung um zwei Prozent ab dem 1. April 2020, wobei Knecht das Versorgungsunternehmen drängte, seinen bestehenden Mechanismus beizubehalten, aber seine Prognosen vor der Frist 2027 „etwas weniger optimistisch“ zu gestalten.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Poor planning at root of failed NB Power debt strategy, says expert CBC News · cbc.ca ·