Im Mai 2019 veröffentlichte Moody's eine Nachbetrachtung zu Diamond Bank, die gerade in Access Bank aufgegangen war. Business Insider Africa berichtete, dass die Bank von einem Gewinn von 28,5 Milliarden Naira im Jahr 2013 auf einen Verlust von rund 9 Milliarden Naira im Jahr 2017 wechselte, nachdem sie 2016 weniger als 5 Milliarden Naira erwirtschaftet hatte. Moody's zufolge strebte Diamond an, Nigerias führende Privatkundenbank zu werden, und ging bei der Verfolgung dieses Ziels übermäßige Risiken ein.
Nach Angaben von Moody's vergab die Bank in großem Umfang Kredite an Unternehmen, die nicht zurückzahlen konnten, gewann zu wenige Firmenkunden und steckte 52 % ihrer Kredite in Öl und Gas – gegenüber einer Richtlinie der Zentralbank von 20 % –, sodass die Ölpreisverfälle von 2015 und 2016 sie hart trafen. Die notleidenden Kredite erreichten 2017 42 % der Bruttokredite, während die Rückstellungen nur 19 % davon abdeckten, was die Kapitalqualität schwächte und den Gewinn aufzehrte. Der Gewinn sank 2015 um 78 %, und die Einlagen schrumpften zwischen Ende 2014 und 2017 um 22 %.
Moody's machte die Unternehmensführung dafür verantwortlich, dass dies so weiterlaufen konnte. Ende 2017 erfüllte nur eines der 13 Vorstandsmitglieder die Definition der nigerianischen SEC für Unabhängigkeit. Der Vertreter der Gründerfamilie war von November 2014 bis März 2019 CEO, und zwischen 2009 und der Fusion hatte Diamond drei CEOs und drei Vorsitzende. Moody's erklärte, der Vorstand habe es versäumt, eine wirksame Kontrolle der Geschäftsführung zu gewährleisten, und neue Direktoren hätten oft keine Kenntnis von der Bank gehabt.
Ein Gewinn von 28,5 Milliarden Naira im Jahr 2013 wurde 2017 zu einem Verlust von nahezu 9 Milliarden Naira; die notleidenden Kredite erreichten 42 % der Bruttokredite, wobei nur 19 % zurückgestellt waren; im März 2019 erfolgte die Fusion mit Access Bank.
Die Geschäftsführung verfolgte das Ziel, Nigerias größte Privatkundenbank zu werden, und ging laut Moody's dafür übermäßige Kreditrisiken ein.
Öl und Gas machten 52 % der Kreditvergabe aus – gegenüber einer Richtlinie der Zentralbank von 20 % –, wodurch die Bank den Ölpreisverfällen von 2015 und 2016 schutzlos ausgesetzt war.
Dem Vorstand fehlte die Unabhängigkeit: Ende 2017 erfüllte nur einer von 13 Direktoren die Definition der nigerianischen SEC für Unabhängigkeit.
Die hohe Fluktuation bei Direktoren und Vorsitzenden führte dazu, dass neue Amtsinhaber oft keine Kenntnis von der Bank hatten, was die Aufsicht untergrub.
Aktionäre und Geschäftsführung gerieten über die Führung aneinander; in einem Schreiben eines ehemaligen Vorsitzenden hieß es, ein wichtiger Aktionär habe die sofortige Ablösung des CEO verlangt.
Wachstumsambitionen brauchen einen Vorstand, der Nein sagen kann. Mit einem unabhängigen Direktor von dreizehn und ständigem Wechsel stoppte niemand die Risikobereitschaft der Geschäftsführung, die der Bank entglitt.
Diamond Bank fusionierte im März 2019 nach einem starken Anstieg der notleidenden Kredite mit Access Bank. Moody's zufolge war Access stark genug, um das Ausfallrisiko für die ehemaligen Gläubiger von Diamond zu verringern.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- A new Moody's report reveals exactly how Diamond Bank failed Business Insider Africa · africa.businessinsider.com ·