Ehemalige und aktuelle Direktoren von Burswood Limited – der von Crown kontrollierten Gesellschaft über der Perth-Casino-Lizenz – erklärten vor der Königlichen Kommission von Western Australia, man habe ihnen nie von einem Bankkonto berichtet, das angeblich von internationalen kriminellen Syndikaten zur Geldwäsche in Höhe von Hunderten Millionen Dollar genutzt wurde. Das Konto gehörte Riverbank Investments Pty Ltd, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, deren Hauptgeschäftssitz mit Crown Perth angegeben war.
Die Bergin-Untersuchung, die im Februar 2021 Crown Resorts als ungeeignet einstufte, sein neues Sydney-Casino zu betreiben, hatte festgestellt, dass Riverbank eines von zwei von Crown kontrollierten Konten war, die angeblich zur Geldwäsche in Höhe von Hunderten Millionen in den Casinos von Melbourne und Perth genutzt wurden. Die Direktoren Maryna Fewster und John Poynton sagten, sie hätten erstmals im Juli 2019 durch Medienberichte von Riverbank erfahren. Fewster sagte, in Sitzungsunterlagen sei das Konto erwähnt worden, es sei jedoch nie in einer Sitzung des Burswood-Vorstands erörtert worden; als ihr im Dezember 2019 mitgeteilt wurde, dass die Commonwealth Bank das Konto schließen werde, sagte sie, „es hatte damals keine Bedeutung für mich“.
Crown Perths Geschäftsführer Lonnie Bossi habe, so erinnerte sich Fewster, schockiert reagiert: „Ich wusste auch nichts vom Konto von Riverbank Investments.“ Sie sagte, die ganzseitigen Anzeigen, die der Crown-Vorstand zur Bestreitung der Vorwürfe veröffentlichte, hätten ihr „ein hohes Maß an Beruhigung“ gegeben – und dass der Burswood-Vorstand „nicht in der Lage war, die Risiken krimineller Aktivitäten oder spielbezogener Schäden zu mindern“. Poynton, der auch im Vorstand von Crown Resorts saß, sagte, das Konto sei nicht verborgen worden, sondern die Struktur sei fehlerhaft: „Wenn man etwas nicht weiß, wie soll man dann nach etwas fragen, worüber man nichts weiß?“
Fewster fügte hinzu, nach dem Bergin-Bericht sei die Sitzung des Burswood-Vorstands im Februar 2021 von seinem damaligen Vorsitzenden Poynton abgesagt worden, und er habe sich erst im April wieder getroffen, obwohl der Vorstand von Crown Resorts zwischen Februar und Mitte April 18 Mal zusammenkam. Das Riverbank-Konto war Teil von Crowns VIP-Programm, das von Crown Melbourne aus betrieben wurde.
Bergin stufte Crown als ungeeignet für sein Sydney-Casino ein; Riverbank war eines von zwei Crown-Konten, die angeblich zur Geldwäsche in Höhe von Hunderten Millionen genutzt wurden.
Ein geldwäscheverdächtiges Konto befand sich in einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft, deren Name nie auf eine Vorstandsagenda gelangte.
Der Vorstand schöpfte Beruhigung aus Dementi-Anzeigen, statt die zugrunde liegenden Fakten zu verlangen.
Die Entscheidung einer Bank, das Konto im Dezember 2019 zu schließen, wurde von den Direktoren als „ohne Bedeutung“ registriert.
Selbst nach dem Bergin-Bericht ließ der lokale Vorstand seine Sitzung im Februar 2021 aus, während der Muttervorstand 18 Mal zusammenkam.
Eine Tochtergesellschaft, die nie auf eine Vorstandsagenda gelangt, ist eine Kontrolle, die nicht existiert: Direktoren können kein Konto beaufsichtigen, dessen Namen sie nie gehört haben, und Beruhigung aus Zeitungsanzeigen ist keine Aufsicht.
Die Königliche Kommission von Perth prüfte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels im Juli 2021 die Eignung von Crown für die einzige Casino-Lizenz von Western Australia; die Untersuchung lief noch.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Crown Perth directors deny knowledge of alleged multi-million-dollar money laundering account ABC News · abc.net.au ·