Das Inserat mit dem Namen „Palacio Central Madrid“ bot ein 53 Quadratmeter großes Apartment mit Frühstück, Parkplatz, kostenlosen Flughafentransfers, einem Spa und 24-Stunden-Rezeption für 90–180 € pro Nacht an, gestützt auf eine Bewertung von 7,7 aus mehr als 700 Rezensionen. Reisende mit bestätigten Buchungen fanden stattdessen einen gewöhnlichen Wohnblock in der Avenida de Menéndez Pelayo Nr. 19 beim Retiro-Park vor, wo Nachbarn zufolge noch nie ein Touristenapartment existiert hat.

Das Inserat war fast eine Woche lang online, bevor Booking.com es am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, entfernte. Am Tor des Gebäudes hing ein Hinweis, dass die auf Booking.com beworbene Unterkunft nicht existiere, und der alle, die gezahlt hätten, an die Policía Nacional verwies; eine Rezension verriet alles, indem sie die Lage des Apartments in Ferrol lobte, einer galicischen Hafenstadt Hunderte Kilometer von Madrid entfernt.

Der Concierge des Gebäudes, Cris Bellón, schätzte, dass mehr als 800 Menschen betroffen waren, etwa 90 % davon aus dem Ausland; an einem Abend warteten etwa 50 auf dem Bürgersteig, darunter eine nigerianische Familie auf dem Weg nach Mailand und eine marokkanische Familie mit einem Baby. Zwei Taxifahrer brachten sechs chinesische Touristen zurück zum Flughafen, und die Anwohnervereinigung erklärte, ein Reisender sei nach einem Blutdruckabfall mit dem Krankenwagen abtransportiert worden.

Booking.com bezeichnete den Fall als einen Vorfall, der einen seiner Partner betraf – ein gehacktes Partnerkonto, wobei die eigenen Systeme der Plattform nicht kompromittiert worden seien – und erklärte, man habe Reisenden „wann immer möglich“ neue Unterkünfte angeboten; ob allen, die gezahlt haben, erstattet wird, teilte das Unternehmen nicht mit. Es handelt sich nicht um ein Einzelphänomen: In diesem Sommer wurde das Booking-Profil einer echten Unterkunft bei Siena gekapert, um ein nicht existierendes Apartment beim Kolosseum zu verkaufen, und im April bestätigte Booking, dass unbefugte Dritte auf Buchungsdaten von Kunden zugegriffen hatten.

Der Concierge schätzte, dass mehr als 800 Menschen betroffen waren, etwa 90 % aus dem Ausland; das Inserat war sechs Tage online, bevor es am 7. Oktober entfernt wurde; Rückerstattungen sind weiterhin ungeklärt

Die Prüfung von Inseraten ließ zu, dass eine nicht existierende Unterkunft Hunderte Rezensionen trug, von denen eine eine ganz andere Stadt beschrieb

Das Inserat blieb sechs Tage lang aktiv, während täglich Opfer an der Adresse eintrafen

Die Schuldzuweisung an ein gehacktes Partnerkonto lenkte davon ab, warum die eigenen Prüfungen der Plattform es übersahen

Die Verantwortung für Rückerstattungen blieb unklar – die Plattform weigerte sich zu versprechen, dass allen geholfen würde

Eine Bewertung von 7,7 aus 700 Rezensionen ist nur dann ein Vertrauenssignal, wenn die Rezensionen nachweislich aus echten Aufenthalten stammen – wenn Rezensionen von einer anderen Unterkunft übernommen werden können, ist das Kernversprechen der Plattform das, was versagt hat.

Einige Opfer reichten Beschwerden bei der Policía Nacional ein, die ermittelt; eine offizielle Zahl gibt es nicht. Die Verbraucherorganisation OCU erklärte, ihre Beschwerdeakten enthielten bereits Reisende, die nicht existierende Unterkünfte vorfanden, argumentierte, dass Plattformen, die von Buchungen profitieren, nicht als „bloße Vermittler“ auftreten könnten, und forderte Prüfungen auf echte Inserate, Verifizierung der Gastgeber, schnelle Löschungen und zügige Rückerstattungen. Die spanische Europaabgeordnete Laura Ballarín plant, die Europäische Kommission zu fragen, ob Booking gegen bis zu vier Artikel des Digital Services Act verstoßen hat, darunter Regeln zur Überprüfung der Identität von Gastgebern.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Hundreds left with nowhere to sleep after booking a Madrid holiday flat that didn't exist Euro Weekly News · euroweeklynews.com ·