In einer am 26. November 2021 veröffentlichten Anordnung unternahm die Marktaufsichtsbehörde SEBI den seltenen Schritt, den Schutz des „Handelns in gutem Glauben“ für Krishna Chandra Raut zu verweigern, den 75-jährigen pensionierten Chief General Manager der State Bank of India, den die Bank im Mai 2013 in den Vorstand von ARSS Infrastructure Projects (AIPL) entsandt hatte, nachdem das Unternehmen in die Corporate Debt Restructuring eingetreten war. SEBI sperrte Raut für sechs Monate vom Markt und verhängte eine Geldbuße von 1,5 Lakh Rupien gegen ihn, mit der Begründung, AIPL habe seine Bücher falsch dargestellt und Mittel missbraucht; die Behörde ging auch gegen den CEO, den CFO und andere zentrale Vorstandsmitglieder vor.
SEBIs Begründung war, dass Raut kein passiver Nominee war: Er saß im Prüfungsausschuss von AIPL und nahm im Geschäftsjahr 2015-16 an zwei von vier Sitzungen und im Geschäftsjahr 2016-17 an allen vier Sitzungen teil. Nach den Listing Regulations umfasste seine Rolle die Prüfung der Finanzberichte und des Prüferberichts, einschließlich der Angaben zu nahestehenden Personen, sowie die Sicherstellung, dass die Berichte korrekt, ausreichend und glaubwürdig waren. Die Aufsichtsbehörde stellte fest, dass AIPL „den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende und faire“ Finanzzahlen vorgelegt habe, während es nicht echte Transaktionen ausführte – eine Falschdarstellung, die betrügerisch und für Anleger nachteilig war.
Raut, der 1970 als Probeoffizier in die SBI eintrat und nach eigenen Angaben mit einer makellosen Bilanz in den Ruhestand ging, war im Juli 2021 aus dem Vorstand von AIPL ausgeschieden. Er argumentierte, gegen Nominees von Banken des öffentlichen Sektors könne ohne Nachweis von Bösgläubigkeit nicht vorgegangen werden. Ein SEBI-Anwalt sagte gegenüber BusinessLine, die Anordnung sei bemerkenswert – die Aufsichtsbehörde habe einen Nominee-Direktor belastet, während sie gegen die Prüfer des Unternehmens nicht vorgegangen sei, und habe sich in anderen Angelegenheiten selbst auf den guten Glauben berufen, um leitende Börsenbeamte zu schützen.
Sechsmonatige Marktsperre und Geldbuße von 1,5 Lakh Rupien für Raut; SEBI ging auch gegen den CEO, den CFO und andere Vorstandsmitglieder von ARSS vor.
SEBI verweigerte den üblichen Schutz des guten Glaubens für Nominees von Banken des öffentlichen Sektors – ein Präzedenzfall, den der Artikel als seltenen Fall bezeichnet.
Grundlage war die Teilnahme am Prüfungsausschuss, nicht die laufende Geschäftsführung: zwei Sitzungen in einem Jahr und vier im nächsten reichten aus.
Die Anordnung trifft die Praxis der Banken, pensionierte Beamte nach CDR in die Vorstände notleidender Kreditnehmer zu entsenden.
Die Sanktion selbst ist bescheiden, doch der Präzedenzfall verlagert die Haftung auf jeden vom Kreditgeber entsandten Nominee, der zweifelhafte Finanzzahlen abzeichnet.
Die Annahme eines Nominee-Vorstandssitzes bei einem notleidenden Kreditnehmer ist keine zeremonielle Aufgabe: Allein die Teilnahme am Prüfungsausschuss reichte der Aufsichtsbehörde aus, um den Schutz des guten Glaubens zu durchbrechen.
Die am 26. November 2021 erlassene Anordnung werde nach Einschätzung eines von BusinessLine zitierten SEBI-Anwalts vor dem Securities Appellate Tribunal angefochten werden. Raut war bereits im Juli 2021 als Nominee der SBI zurückgetreten.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- ARSS Infrastructure Projects case: SEBI rejects 'acted in good faith' rule for SBI nominee The Hindu BusinessLine · thehindubusinessline.com ·