Singapore Post entließ am 21. Dezember 2024 drei Führungskräfte – Group CEO Vincent Phang, Group CFO Vincent Yik und Li Yu, CEO der internationalen Geschäftseinheit – nachdem Untersuchungen zu einem Whistleblower-Bericht über das Geschäft mit internationalen E-Commerce-Logistikpaketen abgeschlossen worden waren. Analysten bezeichneten die Massenentlassung als beispiellos für ein großes börsennotiertes Unternehmen in Singapur.
Der zeitliche Ablauf warf Fragen zur Unternehmensführung auf. Die Infocomm Media Development Authority erklärte, der Fall der Fälschung von E-Commerce-Sendungsdaten sei im Februar von einem Whistleblower an die IMDA und SingPost herangetragen worden – zehn Monate bevor SingPost ihn am 22. Dezember offenlegte – und die Regulierungsbehörde habe SingPost eine Empfehlung ausgesprochen, ordnungsgemäße Unternehmensführung und Prozesse einzuhalten. Der Jahresbericht von SingPost für das Geschäftsjahr 2024 erwähnte die Whistleblower-Angelegenheit nicht ausdrücklich.
Bei den Aktionären blieben Fragen offen: David Gerald, Präsident der Securities Investors Association (Singapore), sagte, die Offenlegungen im Zusammenhang mit den Kündigungen seien „nicht ausreichend klar“, und merkte an, dass keine Details dazu geliefert worden seien, wann der Vorstand den Bericht erhalten habe oder welche Schutzmaßnahmen während der Untersuchungen bestanden hätten. Die IMDA erklärte, die regulierten Postdienste seien nicht betroffen, da die Angelegenheit die Zustellung internationaler E-Commerce-Pakete ins Ausland betreffe.
Group CEO, Group CFO und der CEO der internationalen Einheit alle am 21. Dezember entlassen; Regulierungsbehörde IMDA sprach eine Governance-Empfehlung aus
Gefälschte Sendungsdaten im Geschäft mit internationalen E-Commerce-Paketen führten innerhalb des Jahres von einer Whistleblower-Behauptung zu Entlassungen auf Vorstandsebene.
Das Unternehmen legte den Februar-Bericht erst im Dezember offen, was eine Empfehlung der Regulierungsbehörde und Investorenverdacht wegen der Verzögerung nach sich zog.
Die gleichzeitige Entfernung von CEO, CFO und Leiter der internationalen Einheit signalisierte, wie hoch die Feststellungen reichten – ließ aber die Offenlegungslücken unerklärt.
Das Zeitfenster der Vertuschung ist der Tatort: Zehn Monate lang einen Whistleblower-Bericht zurückzuhalten kostete SingPost seine drei obersten internationalen Führungskräfte und seine Glaubwürdigkeit bei der Offenlegung.
Der Vorstand versicherte den Regulierungsbehörden, dass die Postdienste in Singapur nicht betroffen seien, während die IMDA die Lage beobachtete. Die SIAS drängte auf eine vollständigere Offenlegung des Weges des Whistleblowers zum Vorstand und hielt damit die Fragen zur Unternehmensführung nach den Entlassungen offen.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- SingPost's dismissal of three senior execs 'unprecedented'; shareholders seek more details The Straits Times · straitstimes.com ·