Die Familie Carpinteri verkaufte seit 1971 unter dem Namen Stefania Mode Mode in Trapani auf Sizilien; 1999 gründeten sie Modes, und 2019 stellten sie das gesamte Geschäft um diesen Namen herum neu auf – ein High-End-Multibrand-Concept-Store mit Premium-Contemporary-Labels, einem E-Shop und Ambitionen, die über die Insel hinausreichten. 2022 betrieb das Unternehmen etwa zwanzig Geschäfte, darunter Adressen in Paris und der Schweiz, und 2023 verbuchte es einen Umsatz von rund 100 Millionen €.
Die Verschlechterung begann mit der Saison Herbst-Winter 2021–22 und verschärfte sich: Das Logistikzentrum in Trapani wurde Ende 2023 geschlossen, die französische Tochtergesellschaft im Dezember 2024 liquidiert (womit auch das Geschäft in der Rue François 1er wegfiel), und die Schulden beliefen sich auf mehrere zehn Millionen Euro. Im ersten Quartal 2025 lag das EBITDA bei minus 5,3 Millionen €. Ein 2024 zur Restrukturierung des Geschäfts eingestellter Chief Executive trat im März 2025 zurück.
Modes beantragte im Dezember 2024 Gläubigerschutz; das Gericht in Mailand hob das Verfahren jedoch auf, stellte „einen ernsten Grad der Zahlungsunfähigkeit … scheinbar ohne angemessene Mittel, mit der Lage umzugehen“ fest und ordnete die gerichtliche Liquidation an. Eigentümer Aldo Carpinteri hat erklärt, er hoffe, das Geschäft über eine neue Gesellschaft fortzuführen, die den Namen Modes pachtet. Fünfzig Jahre sizilianischer Einzelhandel endeten mit der gerichtlichen Feststellung, dass die Verluste schlicht jede verfügbare Rettung überholt hatten.
Die Expansion nach Paris und Mailand kalkulierte das Unternehmen für die guten Jahre des Luxus; als die Kundenfrequenz wegfiel, blieben die Mieten, und das Gericht in Mailand liquidierte es wegen Zahlungsunfähigkeit ohne angemessene Mittel.
Die Expansion nach Paris und Mailand kalkulierte das Geschäft für die guten Jahre des Luxus; als sich das Konsumverhalten verschob, blieben die Mieten der Flagship-Stores, die Kundenfrequenz aber nicht.
Ein Multibrand-Einzelhändler besitzt weder die Marken, die er verkauft, noch die Loyalität der Kunden ihnen gegenüber – wenn der Zustrom nachlässt, gibt es kein eigenes Produkt, auf das man zurückgreifen könnte.
Gläubigerschutz setzt eine glaubwürdige Fortführung voraus; wenn das Gericht Verluste sieht, hinter denen keine Finanzierung für den Plan steht, wird der Schutz in eine Liquidation umgewandelt.
Flagship-Adressen sind Fixkosten im Kostüm des Markenwerts – wenn die Kundenfrequenz wegfällt, bleibt die Miete, und ein Gericht verlangt den Finanzierungsplan, bevor es die Zeit gewährt.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Italian concept store Modes goes into liquidation se.fashionnetwork.com
- Modes S.p.A. — Liquidazione Giudiziale 264/2025 (creditors' portal) portalecreditori.it